Nachhaltigkeit
Biomassekraftwerk
Unternehmen sind aus unserer Sicht nur dann zukunftsfähig, wenn es ihnen in ihrem Tagesgeschäft gelingt, ökonomische, ökologische und soziale Langfristziele in einer ausgewogenen Balance zu halten.
Dabei wird Nachhaltigkeit zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für erfolgreiches Wirtschaften.
Der Vorstand von MVV Energie bekennt sich zu verantwortlichem Handeln und nachhaltigem Wirtschaften, um die natürlichen Ressourcen und Gestaltungsmöglichkeiten für nachfolgende Generationen zu erhalten.
Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet für uns:
- Den Wert unserer Unternehmen kontinuierlich zu steigern und unser Geschäftsmodell konsequent weiterzuentwickeln, um den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
- Einen glaubwürdigen Beitrag zum notwendigen ökologischen Umbau der Energiewirtschaft sowie zum Klima- und Umweltschutz zu leisten.
- Die Balance zwischen profitablem Wachstum und gesellschaftlicher Verantwortung zu halten.
- Zukunftsfähige Arbeits- und Ausbildungsplätze für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen und zu erhalten.
Unsere wirtschaftliche Basis
Die MVV Energie Gruppe ist eines der führenden kommunalen Energieversorgungsunternehmen in Deutschland. Unsere Strategie ist auf nachhaltiges, profitables Wachstum ausgerichtet. Unsere wirtschaftliche Stärke und das Potenzial unserer Unternehmensgruppe sind unter anderem an den Kennzahlen abzulesen, die wir im Berichtsjahr erreicht haben: Mit einem Umsatz von 3,6 Mrd Euro, einem Adjusted EBIT von 242 Mio Euro, einer Bilanzsumme von 3,7 Mrd Euro, einer Investitionssumme von 247 Mio Euro und einer Beschäftigtenzahl von rund 5 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verfügt unsere Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2010/11 über eine solide Wirtschaftskraft. Dies unterstreicht auch unsere nachstehende Wertschöpfungsrechnung. Unsere Unternehmen sind bedeutende Wirtschaftsfaktoren an ihren jeweiligen Standorten und erbringen wichtige gesellschaftliche und ökologische Beiträge für die dort lebenden Menschen.
Unsere Ertragstärke und unser profitables Wachstum sind somit wichtige Grundlagen, um unserer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht werden zu können.
Wertschöpfung weiter gewachsen
Die Wertschöpfungsrechnung zeigt den Beitrag, den die MVV Energie Gruppe durch ihr wirtschaftliches Handeln für die Gesellschaft erbringt. Darüber hinaus wird an dieser Darstellung sichtbar, welchen Gruppen und Akteuren der erwirtschaftete Mehrwert zugutekommt.
Dabei ermittelt sich die Wertschöpfung aus der Unternehmensleistung nach Abzug der Vorleistungen wie Materialaufwand, sonstigen Aufwendungen und sonstigen Steuern sowie abzüglich der Abschreibungen. Im Berichtsjahr stieg die bereinigte Wertschöpfung der MVV Energie Gruppe im Vergleich zum Vorjahr (825 Mio Euro) um 4% auf 859 Mio Euro. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die höhere Unternehmensleistung zurückzuführen, die das Wachstum der Vorleistungen überkompensiert hat. Die höhere Unternehmensleistung resultiert vor allem aus den Umsatzerlösen.
Mit 38% (Vorjahr 39%) kam ein großer Teil unserer Wertschöpfung unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugute. Von der Wertschöpfung an Gebietskörperschaften entfallen, insbesondere für Energiesteuern, auf den Bund 228 Mio Euro (Vorjahr 197 Mio Euro); dies entspricht einem Anteil von 27% (Vorjahr 24%). Die restlichen 113 Mio Euro (Vorjahr 116 Mio Euro) entfallen auf Kommunen (Steuern und Konzessionsabgaben), deren Anteil 13% (Vorjahr 14%) beträgt. Auf Kreditgeber entfallen 7% (Vorjahr 8%) der Wertschöpfung. Im Vergleich zum Vorjahr erhielten unsere Aktionäre unverändert einen Anteil von 7%. Die restlichen 8% verbleiben ebenfalls unverändert zum Vorjahr in der MVV Energie Gruppe, um das weitere Unternehmenswachstum zu finanzieren.
Unsere ökologische Verantwortung
Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende hat die Rolle von erneuerbaren Energien bei der Energieerzeugung wesentlich aufgewertet. Ebenso haben Maßnahmen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, nochmals an Bedeutung gewonnen. Der Energiewirtschaft kommt als traditionell emissionsintensivem Sektor eine besondere Verantwortung zu, um glaubwürdige Antworten auf eine Vielzahl von Fragen aus dem Energiewendepaket zu finden: Klimawandel, endliche Ressourcen, politische Abhängigkeiten und steigende Preise für fossile Energieträger erfordern einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Energie – von der Erzeugung über die Versorgung bis zum Verbrauch. Fest steht: Wir wollen die CO2-Emissionen verringern und neue Lösungen finden, wie wir Haushalte, Industrie, Gewerbe, Handel, Krankenhäuser und Schulen auch in Zukunft sicher, effizient, wirtschaftlich und umweltfreundlich mit Energie versorgen können. Zu den wichtigen Themen für die Zukunft gehört zudem die ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser.
Als Zukunftsversorger investieren wir vorausschauend in eine ressourcen- und umweltschonende Energieversorgung. Mit unseren Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen sowie innovativen, zukunftsfähigen Produkten und Dienstleistungen bereiten wir die Energieversorgung von morgen vor.
Bundestag und Bundesrat haben – getragen vom Wunsch der breiten Masse der Bevölkerung – den schnellen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Ziel der Politik ist es, in Deutschland bis zum Jahr 2050 eine klimaneutrale Energieversorgung auf der Grundlage von erneuerbaren Energien aufzubauen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch soll gegenüber dem Stand im Jahr 2010 von 16,8% auf 35% im Jahr 2020 gesteigert werden; im Jahr 2030 soll er 50% und 80% bis zum Jahr 2050 betragen. Dieser Transformationsprozess ist mit enormen ökonomischen, sozialen und technologischen Aufgaben verbunden.
Die Herausforderungen der Energiewende nutzen
Die Stadtwerke und Energieunternehmen der MVV Energie Gruppe leisten wichtige Beiträge, um die Klimaschutzvorgaben der Energiewende zu erreichen. Wir haben uns dafür konkrete Ziele gesetzt:
- Die MVV Energie Gruppe wird bis zum Jahr 2020 rund 1,5 Mrd Euro investieren, um die Nutzung erneuerbarer Energien, die Fernwärme, die Kraft-Wärme-Kopplung, die Energieerzeugung aus Abfall sowie effiziente Energiedienstleistungen auszubauen.
- Wir wollen den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung der MVV Energie Gruppe von aktuell 20% signifikant steigern.
- In Mannheim soll sich der Anteil der Haushalte, die wir mit Fernwärme versorgen, von 59% im Jahr 2010 bis zum Jahr 2020 auf 70% erhöhen.
Die Stadtwerke Ingolstadt investieren bis zum Jahr 2020 rund 30 Mio Euro in den Fernwärmeausbau. - Die Energieversorgung Offenbach (EVO) setzt beim Einsatz regenerativer Energien zur Eigenerzeugung verstärkt auf Windenergie und den regional wachsenden Rohstoff Holz.
- Die Stadtwerke Kiel setzen mit ihrem Energie- und Klimaschutzkonzept auf Energieeinsparungen, Energieeffizienzmaßnahmen und erneuerbare Energieträger.
Ausbau erneuerbarer Energien, klimaschonender Erzeugung und Energiedienstleistungen
Um die ambitionierten Ziele aus den Klimaschutzvorgaben der Energiewende zu erreichen, haben wir konkrete Maßnahmen in Angriff genommen, die wir im Folgenden erläutern.
Unsere Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und in Kraft-Wärme-Kopplung steigt
MVV Energie setzt bei der Strom- und Wärmeerzeugung verstärkt auf erneuerbare Energiequellen und die Kraft-Wärme- Kopplung, durch die die eingesetzten Brennstoffe effizient genutzt werden.
Insgesamt erzeugte die MVV Energie Gruppe im Geschäftsjahr 2010/11 eine Strommenge von 3 896 GWh (Vorjahr: 3 848 GWh). Hiervon entfielen 3 765 GWh auf Deutschland (Vorjahr 3 745 GWh) und 131 GWh (Vorjahr 103 GWh) auf unseren tschechischen Teilkonzern, der damit im Geschäftsjahr 2010/11 mit einem Anteil von 3,4% (Vorjahr 2,7%) zur gesamten Stromerzeugung der MVV Energie Gruppe beigetragen hat. Die Energieerzeugungsmengen unserer Beteiligungsgesellschaften wurden entsprechend dem Beteiligungsanteil berücksichtigt. Wir haben die Stromerzeugungsdaten aus dem Teilkonzern Tschechien – wie im Vorjahr – nicht einbezogen, um die Stromerzeugung der MVV Energie Gruppe mit den Durchschnittswerten von Deutschland vergleichen zu können.
Die Stromerzeugung unserer Unternehmensgruppe aus erneuerbaren Energiequellen hat in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 10% auf 768 GWh zugenommen. Damit hat sich der Anteil der erneuerbaren Energien an der insgesamt leicht gestiegenen Stromerzeugung im Vergleich zum Vorjahr von 19 auf 20% erhöht. Zugenommen haben insbesondere die selbst erzeugten Mengen in unseren thermischen Abfallverwertungs- und Ersatzbrennstoffanlagen (biogener Anteil) und Windenergieanlagen. Der höhere biogene Mengenanteil aus Abfall- und EBS-Kraftwerken resultiert im Wesentlichen aus dem erstmals ganzjährigen Betrieb des neuen Kessels 6 und der neuen Turbine am Standort Mannheim. Die höhere Windenergiemenge stammt vor allem aus der erstmals ganzjährigen Erzeugung der Windenergieanlage Plauerhagen. Die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen kommt insbesondere aus den Anlagen der Beteiligungen Offenbach, Solingen und Ingolstadt.
Im Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wurden im im Geschäftsjahr 2010/11 1 045 GWh Strom erzeugt; das waren 6% mehr als im Vorjahr. Der KWK-Anteil an unserer gesamten Stromerzeugung in Deutschland stieg im Jahresvergleich von 26 auf 28%.
Wenn wir die Strommengen aus erneuerbaren Energien und in KWK zusammenrechnen, haben wir im Berichtsjahr insgesamt 48% umweltschonend und effizient aus erneuerbaren Energien und KWK produziert im Vergleich zu 45% im Vorjahr. Der Bundesdurchschnitt in der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung lag im Kalenderjahr 2010 demgegenüber bei 31%, nach 27% im Kalenderjahr 2009.
Der Anteil unserer sonstigen Stromerzeugung an der gesamten Stromerzeugung ging im Vergleich zum Vorjahr von 55% auf 52% zurück. Hierin ist vor allem der Strom enthalten, der im Grosskraftwerk Mannheim (GKM) und im Gemeinschaftskraftwerk Kiel (GKK) auf Steinkohlebasis in Turbinen erzeugt wird. In beiden Kraftwerken optimieren wir die Stromproduktion unter Berücksichtigung der Preisentwicklung auf den Brennstoff- und Strommärkten.
CO2-Emissionen unter Vorjahresniveau
Im Kalenderjahr 2010 haben die thermischen und elektrischen Erzeugungsanlagen von MVV Energie in Deutschland, die dem Emissionshandel unterliegen, zirka 3,3 Mio Tonnen CO2 (Vorjahr 3,4 Mio Tonnen) emittiert. Die Berechnung dieses Werts beruht teilweise auf Schätzungen. Die geringeren CO2-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr resultieren im Wesentlichen aus einer verringerten Stromerzeugung im Grosskraftwerk Mannheim und im Gemeinschaftskraftwerk Kiel, in denen Steinkohle eingesetzt wird.
Windenergiegeschäft ausgebaut
Im Geschäftsjahr 2020/11 haben wir mit 36 GWh (Vorjahr 5 GWh) deutlich mehr Strom aus Windenergie erzeugt und in das öffentliche Netz eingespeist: Die installierte Leistung der Windenergieanlagen betrug zum 30. September 2011 insgesamt 20 MW (Vorjahr 16 MW).
Die Windenergieanlage Plauerhagen war erstmals ganzjährig in Betrieb (installierte Leistung 16 MW); im Februar 2011 wurde zudem die Windenergieanlage Massenhausen in Betrieb genommen (installierte Leistung 4 MW).
Erzeugungsmengen und Kapazitäten unserer Windenergieanlagen werden im Geschäftsjahr 2011/12 deutlich zunehmen. Im Juli 2009 gründete die Energieversorgung Offenbach zusammen mit der juwi-Unternehmensgruppe, Wörrstadt, die Tochtergesellschaft Cerventus Naturenergie GmbH mit Sitz in Offenbach. Insgesamt will die Gesellschaft in den nächsten Jahren Windenergieprojekte in Hessen und den angrenzenden Bundesländern mit einer Nennleistung von 100 MW realisieren. Ein wichtiger Meilenstein sind die momentan im Bau befindlichen 23 Windenergieanlagen, die in Rheinland-Pfalz am Standort Kirchberg auf fünf Ortsgemeinden verteilt sind. Die Anlagen haben eine installierte Gesamtkapazität von 53 MW und werden voraussichtlich bis Dezember 2011 in Betrieb gehen. Mit einer jährlichen Stromerzeugungsmenge von 125 GWh können sie den Bedarf von rund 35 000 Haushalten decken. Mit den Anlagen können pro Jahr rund 100 000 Tonnen CO2 vermieden werden. Die Stromerzeugung der MVV Energie Gruppe aus Windenergie wird so auf eine installierte Kapazität von 73 MW und auf eine Erzeugungsmenge von insgesamt jährlich 160 GWh steigen. Dies entspricht einem jährlichen Strombedarf von rund 45 000 Haushalten. Weitere Windenergieprojekte befinden sich in der Planungsphase.
Erzeugung aus Biomasse wächst
Mit 56% steuern Biomassekraftwerke, Biomasseheizkraftwerke und Biogasanlagen im Geschäftsjahr 2010/11 den größten Anteil der Stromerzeugungsmenge aus erneuerbaren Energien bei. Unsere Unternehmensgruppe zählt bei der energetischen Nutzung von Biomasse zu den Marktführern in Deutschland. Wir betreiben Biomassekraftwerke (BMKW) an verschiedenen Standorten: Zu unserem Umweltgeschäft gehören die Biomassekraftwerke in Mannheim und Königs Wusterhausen bei Berlin; zudem sind wir Mitbetreiber und Betriebsführer im BMKW Flörsheim-Wicker bei Wiesbaden. In den BMKW setzen wir Altholz als Brennstoff ein. Insgesamt betreiben wir in unserer Unternehmensgruppe in unseren Geschäftsfeldern Umwelt und Energiedienstleistungen zwölf Biomasseanlagen. In diesen Anlagen wurden im Geschäftsjahr 2010/11 rund 0,4 Mio Tonnen feste Biomasse zur Energieerzeugung eingesetzt und daraus eine Strommenge von rund 417 Mio kWh CO2-neutral erzeugt. Verglichen mit einer Stromerzeugung aus fossilen Einsatzstoffen schonen wir mit diesen effizienten Kraftwerken die fossilen Rohstoffe und verringern den Kohlendioxidausstoß.
Unser Teilkonzern MVV Energiedienstleistungen setzt in seinen Biomasseheiz- und Biomasseheizkraftwerken vor allem Frischholz, Holzhackschnitzel und Holzpellets ein. Unsere Wertschöpfungskette schließt die Herstellung von Brennstoffen mit ein: Wir sichern eine dauerhaft ausreichende Brennstoffversorgung, indem wir langfristige Verträge mit Holzlieferanten abschließen.
Aufbereitete Gewerbeabfälle nutzen wir in den Heizkraftwerken in Gersthofen und Korbach. Im Biomasseheizkraftwerk in Mertingen werden aus heimischem Holz Dampf für das Werk der Molkerei Zott sowie Strom für 2 500 Haushalte produziert. Gemeinsam mit den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim versorgt unser Teilkonzern MVV Energiedienstleistungen GmbH die ARENA Ludwigsburg mit Wärme aus Biomasse. In Breuberg betreiben wir das Biomasseheizwerk der AHG Klinik Hardberg; darüber hinaus haben wir für insgesamt 15 Jahre die Wartung der neuen Heizzentrale, des Nahwärmenetzes sowie der Hausstationen übernommen.
Die MVV Energiedienstleistungen GmbH wird das Universitätsklinikum Tübingen (UKT) mit umweltfreundlich erzeugter Wärme versorgen. Es ist geplant, dass bis Ende des Jahres 2012 das 40 Jahre alte Heizkraftwerk des UKT auf den Betrieb mit Holzhackschnitzeln umgerüstet wird; bislang wird es mit Öl und Gas befeuert. Durch Erhöhung der Energieeffizienz und den Einsatz von Holz verringern wir die CO2-Emissionen um bis zu 20 000 Tonnen pro Jahr oder um bis zu 98%. Die Energiekosten für unseren Kunden werden sich durch dieses zukunftsweisende Konzept um zirka 20% verringern.
Auch die Energieversorgung Offenbach (EVO) setzt bei den erneuerbaren Energien verstärkt auf den regional wachsenden Rohstoff Holz und den Ausbau der dezentralen Energieversorgung mit Biomasse: Im neuen Holzpelletwerk, das im Mai 2011 offiziell in Betrieb genommen wurde, werden Sägespäne und Resthölzer zu 65 000 Tonnen Presslingen pro Jahr verarbeitet – bei Bedarf kann die Kapazität verdoppelt werden.
Das benachbarte Biomasseheizkraftwerk liefert die Wärme für die Trocknung der Hölzer. Bis zu 50 000 Tonnen Steinkohle können in der Heizperiode 2011/12 durch die erzeugten Industriepellets ersetzt werden; im Heizkraftwerk der EVO werden dadurch bis zu 80 000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.
Einen einzigartigen regionalen Wirtschaftskreislauf will die EVO mit der Gemeinde Hainburg auf den Weg bringen: Resthölzer aus der Landschaftspflege der Gemeinde sollen – zu Pellets gepresst – zukünftig als Brennmaterial in den Heizungen von etwa 100 Einfamilienhäusern eingesetzt werden. Die Energieversorgung Offenbach betreibt mittlerweile insgesamt 40 Nahwärmenetze im Rhein-Main-Gebiet. In 22 Netzen wird die Wärme mit Erdgas und in 18 Nahwärmenetzen auf Basis von Holzpellets erzeugt. Im hessischen Raunheim hat die Energieversorgung Offenbach eine der größten Pelletheizungen in Deutschland mit einer thermischen Leistung von 4,4 MW in Betrieb genommen – genug Wärme, um über ein Nahwärmenetz rund 2 600 Wohnungen zu versorgen.
Investitionsschwerpunkt Biogas und Biomethan
Bereits seit dem Geschäftsjahr 2007/08 investieren wir verstärkt in das Biogasgeschäft und zwar in Anlagen mit einer Leistung zwischen 500 und 1 000 kW. Unsere Tochtergesellschaft MVV Energiedienstleistungen GmbH betreibt inzwischen vier Biogasanlagen: in Oehna/Brandenburg, in Mechau/Sachsen-Anhalt, in Karow/Mecklenburg-Vorpommern und in Voßhöhlen/Schleswig- Holstein. Diese haben im Geschäftsjahr 2010/11 wie im Vorjahr insgesamt rund 16 GWh Strom erzeugt und in das jeweilige öffentliche Netz eingespeist.Wir nutzen zudem die Abwärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, zur kostengünstigen Prozess- und Heizwärmeversorgung von nahegelegenen Industrie- und Gewerbebetrieben.
Seit dem Geschäftsjahr 2010/11 investieren wir zudem gezielt in Biomethanprojekte. Die Deutsche Energie-Agentur (dena), ein von der Bundesrepublik Deutschland sowie privaten Investoren getragenes Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energie und intelligente Energiesysteme, bewertet Biomethan als eine der effizientesten Bioenergieformen mit hohem Klimaschutzpotenzial. Das aufbereitete und eingespeiste Bioerdgas kann deutschlandweit verteilt und in Bioheizkraftwerken dezentral zur Wärme-/Dampfversorgung oder im Verkehrssektor als Treibstoff in Erdgasfahrzeugen eingesetzt werden. Dies erschließt uns viele Optionen für ein nachhaltiges Produktangebot.
Im Juli 2011 haben wir uns an einer ersten Biomethan-Einspeiseanlage in KleinWanzleben in Sachsen-Anhalt beteiligt. Sie wird ab Sommer 2012 jährlich 63 Mio kWh Biogas erzeugen und in das Erdgasnetz einspeisen. Unsere Partner sind der Projektentwickler RES Projects sowie die börsennotierten Unternehmen KWS SAAT AG und Nordzucker AG. Wir wollen das Geschäftsfeld auf Basis dieses Kooperationsprojekts ausbauen. Um Synergien ausschöpfen zu können, planen wir den Aufbau eines regionalen Clusters aus mehreren Anlagen.
Energieeffiziente Erzeugung und Abfallverwertung mit KWK
In Deutschland setzen wir das Verfahren der thermischen Abfallverwertung an den Standorten Mannheim, Offenbach und Leuna ein. Die Auslastung unserer Abfallverwertungs- und Biomasseanlagen sichern wir durch ein effizientes Stoffstrommanagement, das in der MVV Umwelt Ressourcen GmbH gebündelt ist. Wir nutzen das energetische Potenzial der Haushalts- und Gewerbeabfälle; mit der freigesetzten Energie erzeugen wir über die Kraft-Wärme-Kopplung effizient und umweltschonend Industriedampf, Strom und Fernwärme. Unsere Unternehmen verwerten in Deutschland wie im Vorjahr den Restabfall von 21 kommunalen Gebietskörperschaften, in deren Einzugsgebieten rund 4,9 Millionen Einwohner leben; außerdem nutzen wir Industrie- und Gewerbeabfälle in unseren thermischen Verwertungsanlagen.
Unsere größte Abfallverwertungsanlage betreiben wir am Standort Mannheim. Seit der neue Kessel 6 im Dezember 2009 in Betrieb genommen wurde, können wir in Mannheim jährlich 650 000 Tonnen Abfälle verwerten. Im Vergleich zu früher bewirken der energetisch effizientere Kessel 6 und die neue Turbine eine höhere Stromausbeute. Mit unserem Investitionsprojekt Optima, das wir bis Mitte 2012 schrittweise umsetzen werden, steigern wir die Energieeffizienz weiter.
Nach getrennten, europaweiten Ausschreibungen haben die Städte Mannheim und Heidelberg sowie der Rhein-Neckar- Kreis die Aufträge für die thermische Verwertung ihrer Abfälle an unsere Tochter MVV Umwelt Ressourcen GmbH vergeben. Die bisherigen Verträge enden im Dezember 2012; zum Januar 2013 werden die neuen Verträge wirksam werden, die eine Laufzeit von mindestens sechs Jahren haben. Sie sichern uns die Verwertung von rund 200 000 Jahrestonnen Restabfällen zu. Wir werden weiterhin eine wirtschaftliche und ökologisch hochwertige Abfallentsorgung für die gesamte Region gewährleisten; durch die räumliche Nähe der Verwertungsanlage werden Ferntransporte, die die Umwelt belasten, vermieden.
Unsere langjährige Erfahrung im Umwelt- und Entsorgungsgeschäft hat auch international Beachtung gefunden; uns ist der Einstieg in den britischen Abfallmarkt gelungen:Wir haben den Zuschlag für Planung, Bau und Betrieb eines abfallbefeuerten Heizkraftwerks mit Kraft-Wärme-Kopplung in der südenglischen Küstenstadt Plymouth erhalten. Ab dem Jahr 2014 sollen in der modernen Abfallverwertungsanlage jährlich rund 245 000 Tonnen Abfälle aus Haushalten, Gewerbe und Industrie zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Das Kraftwerk wird über eine elektrische Nettoleistung von 22 MWel und eine Wärmeleistung von rund 23 MWth verfügen.
Unser tschechischer Teilkonzern MVV Energie CZ a.s. hat im Juli 2011 in der nordböhmischen Stadt Liberec ein abfallbefeuertes Heizkraftwerk übernommen; die Stadt hat etwa 100 000 Einwohner. Im Vorjahr wurden in der Anlage Termizo in Liberec rund 98 000 Tonnen kommunaler Abfälle thermisch genutzt – pro Jahr werden dort 8,2 Mio kWh Strom und rund 194 Mio kWh Wärme erzeugt. Die Wärme wird in Liberec von dem Fernwärmeunternehmen Teplarna Liberec, einer 70%igen Tochter der MVV Energie CZ, verteilt.
Ausbau des Fernwärmenetzes kommt voran
Am Standort Mannheim verdichten wir in Stadtteilen das Fernwärmenetz und bauen es weiter aus. Über eine neue, 21 Kilometer lange Transportleitung von Mannheim nach Speyer versorgen wir seit der Heizperiode 2010/11 die Stadtwerke Speyer mit der umweltfreundlichen Fernwärme, die im Grosskraftwerk Mannheim in hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wird. Seit Oktober 2011 beliefern wir auch Kunden der Gemeinde Brühl über die neue Fernwärmeleitung.
Bei der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) liegt ein Schwerpunkt des Fernwärmenetzausbaus in der Stadt Heusenstamm. Nachdem das Schwimmbad und das Gewerbegebiet Campus Heusenstamm an das Netz angeschlossen worden waren, kamen im Berichtsjahr zwei Schulen sowie mehrere Ein- und Mehrfamilienhäuser über eine 1 200 Meter lange Trasse hinzu.
In Ingolstadt wurde das größte Abwärme- und Fernwärmeprojekt Bayerns realisiert – rund 23 Mio Euro hat die Stadtwerke Ingolstadt Energie GmbH in den Ausbau des Fernwärmenetzes sowie in den Umbau und die Erweiterung der bestehenden Anlagen investiert. Dabei wird die Abwärme der Raffinerie der Petroplus Ingolstadt GmbH sowie der Abfallverwertungsanlage der Stadt Ingolstadt genutzt, um zahlreiche Großkunden, unter anderem die Audi AG, mit Fernwärme zu beliefern. Künftig werden auch private Kunden von dieser ressourcen- und umweltschonend erzeugten Fernwärme profitieren. Dank des ausgebauten Fernwärmenetzes, das im Juni 2011 fertiggestellt wurde, steigt die jährliche Einspeisung ins Fernwärmenetz um 130 auf bis zu 300 Mio kWh.
Auch die Stadtwerke Kiel modernisieren mit einem Investitionsvolumen von 11 Mio Euro die örtliche Fernwärmeversorgung: In den kommenden Jahren wird das Fernwärmenetz von Heizdampf auf die modernere Heizwassertechnologie umgestellt. Im innerstädtischen Bereich sollen weitere Kunden für die Fernwärme gewonnen werden.
Effiziente Energiedienstleistungen
Ein zentraler Schlüssel, um Ressourcen zu schonen und CO2- Emissionen einzusparen, ist die Energieeffizienz. Veraltete Anlagen und Gebäude bergen großes Einsparpotenzial. Der Wille zur Modernisierung von Anlagen und Gebäuden ist umso größer, wenn sie mit wirtschaftlichen Vorteilen verbunden ist. Industrie- und Gewerbeunternehmen sowie Kommunen und Städte können das Energieeinsparpotenzial heben, indem sie die Modernisierungsmaßnahmen mit eingesparten Energiekosten finanzieren. Im Rahmen unseres Contractinggeschäfts sind wir spezialisiert auf Effizienzsteigerungs- und Energieoptimierungsmaßnahmen, die sich auch für unsere Kunden rechnen. Beispielhaft seien an dieser Stelle einige aktuelle Projekte unseres Teilkonzerns Energiedienstleistungen aus der Metropolregion Rhein-Neckar genannt: Für die SAP ARENA in Mannheim haben wir die Nutzenergielieferung und das Energiemanagement übernommen. Ein Energieliefercontracting besteht auch für die Wirsol Rhein- Neckar-Arena in Sinsheim. Das Freizeitbad Miramar in Weinheim versorgen wir mit ökologischer Geothermiewärme. Acht Schulen im Neckar-Odenwald-Kreis beliefern wir im Rahmen eines Einsparcontractingvertrags.
Gelebter Umwelt- und Klimaschutz
Neben der Fokussierung der Wachstumsinvestitionen auf erneuerbare Energien sowie Technologien zur Erhöhung der Energieeffizienz hat für uns der aktive Umwelt- und Klimaschutz im Bestandsgeschäft eine hohe Bedeutung. Hierbei werden nicht nur fortlaufende Maßnahmen für die Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes innerhalb des Unternehmens angestoßen; darüber hinaus unterstützen wir auch intensiv Nachhaltigkeitsprojekte in unseren Kernregionen.
Nachhaltige Wasserversorgung sichern
Trinkwasser ist das am häufigsten kontrollierte Lebensmittel. In Mannheim, Kiel, Offenbach und Solingen sind unsere Gesellschaften in der ortsnahen Wasserversorgung tätig. Um durchgängig eine gute Qualität des Trinkwassers sicherzustellen, werden das gesamte Wasserversorgungssystem und die Wasserqualität systematisch kontrolliert und von unseren Laboren untersucht – von den Brunnen über die Netze bis zu den Hausanschlussleitungen unserer Kunden. In den Wasserwerken und Wassernetzen führen wir Investitionsmaßnahmen und turnusmäßige Wartungen durch, um die Infrastruktur langfristig zu erhalten. Das Trinkwasser, das unsere Gesellschaften liefern, unterschreitet die in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwerte um ein Vielfaches.
Mit einem umfassenden Grundwasser- und Gewässerschutz tragen wir dazu bei, sauberes Trinkwasser auch für kommende Generationen zu sichern. Die Einzugsgebiete unserer Trinkwassergewinnungsanlagen sind daher als Trinkwasserschutzgebiete ausgewiesen. Innerhalb dieser Schutzzonen gilt ein vorbeugender Grundwasserschutz: Schadstoffe sollen nicht ins Wasser gelangen. Falls Schäden auftreten, sollen diese so früh wie möglich behoben werden. Dies entspricht auch dem Vorsorgeprinzip, das in der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der damit verbundenen Grundwasserrichtlinie verankert ist. Unsere Gesellschaften überwachen die Einhaltung dieser strengen Vorschriften.
Investitionen und Aufwendungen für Umweltschutz
In unserem Umweltgeschäft haben wir gemäß der Investitionserhebung des Statistischen Bundesamts an den Standorten Mannheim, Leuna und Königs Wusterhausen im Berichtsjahr 5,1 Mio Euro in Umweltschutz investiert. Mit rund 67% betraf der Hauptanteil Optimierungsmaßnahmen bei der Abfallverwertung. Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft machten einen Anteil von rund 33% aus, und auf den Gewässer- und Lärmschutz entfielen weniger als 1%.
Die laufenden Aufwendungen für Umweltschutzmaßnahmen im Umweltgeschäft beliefen sich auf 89 Mio Euro. Auf Abfallbeseitigung entfielen wie im Vorjahr rund 60%, auf Luftreinhaltung rund 40% und auf Gewässerschutz und Lärmschutz unter 1%.
Wir unterstützen Initiativen zur Nachhaltigkeit
Als Zukunftsversorger wollen wir den Umbau des Energiesystems aktiv mitgestalten. Unter anderem beteiligen wir uns an der Entwicklung von konkreten Lösungen für die zukünftige Energieversorgung und die effiziente Nutzung von Energie im Rahmen der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit (WIN) Baden-Württemberg, in der zahlreiche Unternehmen sowie baden-württembergische Verbände und Ministerien zusammenarbeiten. Die Folgen des demografischen Wandels für die Unternehmen der Region und dessen Auswirkungen auf die zukünftigen Arbeitsplätze bilden einen weiteren Schwerpunkt der Wirtschaftsinitiative.
Darüber hinaus wirken wir beim Klimaschutzprogramm der Stadt Mannheim mit; dazu gehören der Ausbau der Fernwärme und die energetische Verbesserung öffentlicher Liegenschaften. Unser Klimaschutzfonds ist Teil dieses Programms: Gemeinsam mit der Stadt Mannheim und der Klimaschutzagentur fördern wir ausgewählte Projekte über zehn Jahre hinweg mit insgesamt rund 10 Mio Euro; dazu gehört beispielsweise der Einbau von sogenannten Mikro-KWK-Anlagen bei Kunden in Gasvorzugsgebieten. Die Klimaschutzagentur berät zudem kleine und mittelständische Unternehmen, Schulen, Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger in punkto Energieeinsparung, Verbesserung der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien.
Die Energieversorgung Offenbach unterstützt das Klimaschutzkonzept der Stadt Offenbach. Hierbei wird mit dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien und dem Ausbau der Fernwärme im effizienten Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung der Ausstoß von CO2 gesenkt. Dieser soll von 1,2 Mio Tonnen im Jahr 2005 bis unter 800 000 Tonnen im Jahr 2020 sinken.
Nachfrage nach ökologischen Produkten
Es gehört zu unserem Anspruch als Zukunftsversorger, dass wir unseren Kunden an allen Standorten Ökostromprodukte anbieten. Bis zum 30. September 2011 haben rund 96 000 Privatkunden in Mannheim, Offenbach, Kiel, Ingolstadt, Solingen und Köthen dieses Angebot wahrgenommen. Damit liegt der Anteil der Haushaltskunden mit Ökostromtarif innerhalb der MVV Energie Gruppe bei 15%. Auch den Kunden aus Handel, Gewerbe und Industrie ermöglichen wir die Umstellung auf umweltfreundlichen Ökostrom als Option zu allen Basisstromprodukten.
Zur ökologischen Produktpalette von MVV Energie gehört auch das umweltfreundliche NATURA Biogas, mit dem unsere Kunden in Mannheim und der Region ihre Häuser und ihre Wohnungen beheizen können. Sie erfüllen damit die ab 2011 geltenden Anforderungen des Gesetzes zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergie in Baden-Württemberg (EWärmeG), ohne ihre Heizungsanlagen umstellen zu müssen.
Bundesweit bietet die SECURA Energie GmbH, eine mehrheitliche Beteiligung der MVV Energie Gruppe, neben SECURA Ökostrom mit SECURA Naturgas auch ein CO2-neutrales Erdgasprodukt an.
Forschung und Entwicklung
Durch die politisch und gesellschaftlich gewünschte Energiewende hat die intelligente Nutzung der Energie an Bedeutung gewonnen. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Frage, wie Energieerzeugung und Energieverbrauch intelligent ausbalanciert werden können. Durch die zunehmende Einspeisung regenerativer Energien in die Mittelspannungs- oder Niederspannungsnetze kommen neue Anforderungen auf die Netzbetreiber zu. Es wird eine wesentlich stärkere Automatisierung der Netze in diesen Spannungsebenen notwendig werden. MVV Energie hat diese Entwicklung früh erkannt. Mit verschiedenen Projekten in ihrem Bereich Forschung und Entwicklung (F&E), wie Smart Grid und Modellstadt Mannheim, die wir im Folgenden beschreiben, haben wir aktiv auf diese Entwicklungen Einfluss genommen. Denn als Zukunftsversorger ist es unser Ziel, diese notwendigen Veränderungen mitzugestalten.
Bedeutende F&E-Projekte
- MODELLSTADT MANNHEIM (Laufzeit von 2008 bis 2012): Mannheimer Lösungsmodell mit Praxistests für intelligente Energienetze und regionale Energiemärkte mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen und hoher Energieeffizienz
- CALLUX (Laufzeit von 2008 bis 2015): vom Bund geförderter Praxistest mit Brennstoffzellenheizgeräten für Eigenheime im Verbund mit weiteren Energieversorgern und Herstellern dieser Heizgeräte
- FUTURE FLEET (Laufzeit von 2009 bis 2011): Aufbau von Ladeinfrastruktur für Firmenflotten im Zukunftsfeld Elektromobilität
- SMART METERING (Laufzeit von 2007 bis 2011): spartenübergreifender Einsatz von intelligenten Zählern zur Steigerung der Effizienz und Transparenz des Energieverbrauchs
- MIKRO-KWK (Laufzeit von 2006 bis 2012): Feldtesterprobung verschiedener kleiner Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen für den Privathaushalt, technisch-wirtschaftliche Bewertung
- SMART HOUSES/SMART GRID (EU-Projekt, Laufzeit von 2008 bis 2011): Entwicklung eines Energiesystems, das „intelligente Häuser“ aktiv einbindet, um Effizienz und Nachhaltigkeit der Versorgung deutlich zu steigern
- FERNWÄRMETRANSPORT (Laufzeit von 2010 bis 2013): Ermittlung von Kosteneinsparungsmöglichkeiten beim Fernwärmetransport für den effektiven Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung
Unsere soziale Verantwortung
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Gerade für uns als Zukunftsversorger sind unsere Beschäftigten immens wichtig: Ihre Leistung und ihr Engagement sind eine wesentliche Grundlage für unseren Unternehmenserfolg – gerade in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld.
Vielfalt im Unternehmen fördern
Aufgrund des demografischen Wandels wird der Wettbewerb um gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig deutlich intensiver werden. Zudem gilt es für Arbeitgeber, die Veränderungen in der Qualifikations- und Altersstruktur zu bewältigen.
Diesen Herausforderungen begegnen wir mit einem nachhaltigen Personalmanagement. Mit unserer zukunftsgerichteten Personalarbeit wollen wir unter anderem
- soziale Vielfalt und Chancengleichheit fördern,
- die strukturellen Bedingungen für Frauen in Ausbildung und im Erwerbsleben verbessern und somit gezielt Frauen fördern,
- die Rekrutierungs- und Bildungsprozesse so gestalten, dass das Verhältnis in der Alters- und Qualifikationsstruktur ausgewogen bleibt,
- eine im Durchschnitt alternde Belegschaft fit halten und motivieren – hinsichtlich der Leistungs-, Innovations- und Veränderungsbereitschaft.
Unser gesellschaftliches Engagement
Nachwuchs im Fokus der regionalen Förderung
Als Energieversorger sind wir eng mit der Region unserer jeweiligen Standorte und mit den dort lebenden Menschen verbunden. Die gezielte Förderung von Projekten aus den Bereichen Sport, Kultur, Wissenschaft und Soziales ist Teil unseres unternehmerischen Selbstverständnisses und unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Wir konzentrieren uns insbesondere auf die Nachwuchsförderung: Als Zukunftsversorger setzen wir uns besonders dafür ein, dass Kinder und Jugendliche Unterstützung erfahren und in ihrer Entwicklung gefördert werden.