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Kontinuität und Wandel


Interview mit Herrn Hartung und Dr. Schulten

Herr Hartung,Sie haben in den vergangenen 15 Jahren die MVV Energie geführt.Was hat Sie 1999 dazu bewogen, die MVV Energie als erstes und bisher einziges kommunales und regionales Energieversorgungsunternehmen an die Börse zu bringen?


Hartung: Die Rahmenbedingungen in unserer Branche und damit für unser Unternehmen haben sich seit 1998 durch die Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte fundamental verändert. Wir erkannten den Wettbewerb auf den Energiemärkten von Beginn an als große Herausforderung, aber auch als Chance. Um in diesem Wettbewerb zu bestehen, haben wir uns für eine Strategie des Wachstums entschieden. Das dafür erforderliche Eigenkapital haben wir uns nach sorgfältiger Abwägung aller Optionen durch den Börsengang beschafft - eine damals durchaus mutige Entscheidung. Aus heutiger Sicht können wir anhand der Entwicklung unserer Unternehmenskennzahlen feststellen, dass unsere Entscheidung gut und richtig war. Ohne den Börsengang wäre der erfolgreiche Wachstumskurs der letzten Jahre eindeutig nicht möglich gewesen.


Seit dem Börsengang ist der Aktienkurs der MVV Energie AG trotz der positiven Ertragsentwicklung nie dauerhaft über den Emissionskurs von 16 Euro hinausgekommen. Haben Sie eine Erklärung dafür?


Hartung: Für die meisten Börsianer waren vor allem die letzten beiden Jahre eine Katastrophe. Unsere Vergleichsindizes SDAX und Prime-Utilities verloren allein im Verlauf der letzten drei Jahre 27% bzw. 22%. Unser Aktienkurs hat sich verglichen dazu gut behauptet. Es gibt nur wenige Aktien, die die Kurseinbrüche der letzten Jahre so stabil überstanden haben wie die unsere.

 

Das Kurspotenzial unserer Aktie ist jedoch durch den gegenwärtig vergleichsweise niedrigen Streubesitz von 12,2% eingeengt. Wenn wir - zu gegebener Zeit - im Zuge eines zweiten Börsengangs die geplante Kapitalerhöhung durchführen, wird auch der Streubesitz ansteigen. Damit werden sich auch Liquidität und Verfügbarkeit unserer Aktie verbessern und sie wird für institutionelle Investoren attraktiver.

 


Herr Dr.Schulten, Sie haben zum 1.Oktober 2003 den Vorstandsvorsitz von Herrn Hartung übernommen. Was hat Sie gereizt, von der Bewag AG in Berlin zur MVV Energie nach Mannheim zu wechseln?


Schulten: Ich verfolge die beeindruckende Entwicklung der MVV Energie schon seit langem mit großem Interesse. Übrigens nicht nur aus beruflichen Gründen, sondern auch aus privaten: Denn ich bin ganz in der Nähe von Mannheim, an der Bergstraße, aufgewachsen.

 

Die MVV Energie ist ein börsennotiertes Unternehmen mit einem soliden Geschäftsmodell und hat sich auf den liberalisierten Energiemärkten gut positioniert. Das zeigt auch die Entwicklung seit dem Börsengang: die MVV Energie hat sich innerhalb weniger Jahre von den klassischen lokal und regional agierenden Mannheimer Stadtwerken zu einem national und international sehr erfolgreichen Energieverteilungs- und Dienstleistungsunternehmen entwickelt. Das spricht für ihre Dynamik, Innovationskraft und Wandlungsfähigkeit. Mich reizt die Herausforderung, die Unternehmensentwicklung der MVV Energie weiter voranzutreiben.