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Wertorientiertes Management

Wirtschaftlicher Erfolg entsteht nicht zufällig, sondern ist das Ergebnis zielgerichteten Handelns. Strategische Ziele münden in operative Maßnahmen, die sorgfältig geplant und ausgeführt werden. Zu den Instrumenten, die die MVV Energie zur Steuerung, Planung und Kontrolle ihrer Unternehmensaktivitäten einsetzt, gehört die wertorientierte Unternehmensführung.

 

Richtschnur unseres Wertmanagement-Konzepts ist die nachhaltige Erhöhung des Unternehmenswerts. Dieser steigt, wenn die erwirtschafteten Renditen höher sind als die Kosten des eingesetzten Kapitals.

 

Wir setzen das wertorientierte Unternehmenskonzept konzernweit ein. Für alle Bereiche und Beteiligungen des Konzerns gelten vergleichbare Anforderungen bezüglich Rendite und Verzinsung des jeweils gebundenen Kapitals. Die Wertorientierung versetzt uns in die Lage, sowohl alle Geschäftsfelder auf ihre Werthaltigkeit hin zu überprüfen als auch Mindestanforderungen für künftige Wachstumsfelder zu formulieren. Damit wollen wir eine bestmögliche Verwendung des eingesetzten Kapitals gewährleisten und unseren Aktionären eine nachhaltige Wertsteigerung sichern.

 

 

Ermittlung des Wertbeitrags

 

Zentrale Größe in unserem Wertmanagement-Konzept ist der Value Spread. Er zeigt den Wertzuwachs des Unternehmens und ergibt sich durch Gegenüberstellung der Rendite (Return on Capital Employed – ROCE) und der gewogenen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital – WACC).

 

Der ROCE ist die operativ erwirtschaftete Rendite und setzt das Konzernbetriebsergebnis ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Als Ergebnisgröße verwendet die MVV Energie das operative Konzernbetriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Goodwill-Abschreibungen (EBITA).

 

Der WACC ist der gewogene Mittelwert aus Eigen- und Fremdkapitalkosten und spiegelt die Mindestrenditeansprüche der Kapitalgeber wider. Zur korrekten Ermittlung der Gesamtkapitalkosten werden die Eigenkapitalkosten zu Marktwerten angesetzt; beim Fremdkapital setzen wir die Buchwerte an und berücksichtigen mit einem Tax Shield die steuerliche Abzugsfähigkeit der Fremdkapitalzinsen.

 

Da der ROCE die Kapitalrendite vor Steuern angibt, rechnen wir die Nachsteuer-Größe WACC unter Zuhilfenahme des Tax Shields ebenfalls in eine Vorsteuer-Größe um.

 

Zur Ermittlung der Eigenkapitalkosten, also der Renditeforderung der Eigenkapitalgeber, dient das Capital Asset Pricing Model (CAPM). Dabei hat die MVV Energie die Marktrisikoprämie mit 5% (Vorjahr 5%) und den risikolosen Zins mit 4,8% (Vorjahr 4,5%) festgesetzt. Der Betafaktor, der das spezifische Marktrisiko der MVV Energie Aktie widerspiegelt, wurde für das Geschäftsjahr 2002/03 auf 0,7% (Vorjahr 0,8%) reduziert; damit folgte die MVV Energie der allgemeinen Brancheneinschätzung, die im vergangenen Jahr durch mehrere Gutachten bestätigt wurde.

 

 

Positiver Wertbeitrag in 2002/03 durch Einmaleffekt

 

Der ROCE der MVV Energie Gruppe im Geschäftsjahr 2002/03 betrug 14,0% (Vorjahr 10,1%). Bei gewogenen Kapitalkosten (WACC) vor Steuern von 8,8% (Vorjahr 9,3%) hat die MVV Energie somit im abgelaufenen Geschäftsjahr einen positiven Wertzuwachs (Value Spread) in Höhe von 5,2% (Vorjahr 0,8%) erzielt. Dieser außergewöhnlich hohe Wertzuwachs ist jedoch ausschließlich auf die Erträge aus dem Verkauf der Anteile an der Gasversorgung Süddeutschland GmbH zurückzuführen. Ohne Berücksichtigung dieses Einmaleffekts, der sich bezogen auf den ROCE nicht exakt beziffern lässt, hätte die MVV Energie Gruppe im schwierigen Geschäftsjahr 2002/03 keinen positiven Wertbeitrag erreicht.